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Workshop mit historischen Quellen

Die Jugendbegegnungsstätte, stellt seinen Besuchern verschiedene historische Quellen zum Zweiten Weltkrieg und seine weitgehenden Folgen zur Verfügung. So können sich unsere BesucherInnen in einen Historiker hineinversetzten, der zum ersten Mal Originaldokumente verschiedenster Arten und Epochen entdeckt. Sich mit diesen auseinanderzusetzen und die einzelnen Puzzleteile verstehen zu lernen, ist eine seltene und spannende Erfahrung, die zwar viel Konzentration erfordert, aber die Mühe wert ist. Das bereichernde an diesem Workshop ist, dass die SchülerInnen nicht nur lernen diese Schriftstücke zu einzuordnen und ihre Bedeutung zu begreifen, sondern gleichzeitig dazu angeregt werden über ihre eigene Position gegenüber der Gedenkarbeit nachzudenken. Je nach Alter und Voraussetzungen, passen wir die pädagogische Betreuung, die Art der Quellen sowie die abschließende Zusammenfassung an.

 

Die Besucherhefte

Die Jugendbegegnungsstätte besitzt hunderte von Besucherhefte, die in ungefähr 50 unterschiedlichen, deutschen Kriegsgräberstätten in 13 europäische und außereuropäische Länder ausgelegt waren.

Was denken Engländer, Franzosen, Griechen, usw. beim Besuch einer deutschen Kriegsgräberstätte? Was denken deutsche Touristen, wenn sie einen deutschen Friedhof in Frankreich entdecken? Zwischen Worten von Angehörigen der Kriegstote, die also noch einen persönlichen Bezug zu dem Ort haben, findet man unbeeinflusste und vielfältige Meinungen zur Problematik der Konstruktion einer europäischen Gemeinschaft oder aktuellen Fragen zum weltpolitischen Geschehen.

Letztendlich ermöglichen die Besucherhefte auch dem Leser dieser gegenwärtigen Archive, sich eine Meinung zu diesem speziellen Ort zu bilden, zu schildern, wie er von diesem Ort inspiriert wurde und seine Eindrücke festzuhalten.

Ablauf:

Jeder Schüler erhält Zeit, mehrere Besucherhefte zu durchstöbern, um einen Eindruck von der Diversität der Meinungen und Eindrücke zu erhalten. Anschließend wählt jeder einen Kommentar, der seine Aufmerksamkeit besonders erregt hat. Abschließend entwirft jeder einen eigenen Kommentar. Es ist allen freigestellt, ob sie ihren Kommentar später in das auf dem Friedhof ausliegende Besucherheft übertragen möchten. Um die Arbeitsphase abzuschließen gibt es mehrere Möglichkeiten:

Option 1:

Die Schüler können einen ausgewählten oder einen selbstgeschriebenen Kommentar auf ein Blatt Buntpapier übertragen, welches anschließend an einem Kranz befestigt wird. Dieser Kranz kann im Rahmen einer kleinen Gedenkzeremonie, die von den Schülern abgehalten wird, auf dem Friedhof niedergelegt werden. Es besteht dann die Möglichkeit, für diejenigen, die es wünschen, das Wort zu ergreifen und einige der Nachrichten oder Gedanken mit ihrer Gruppe zu teilen. Die anschließende Zeit können sie nutzen, und mit Inhalten füllen, die sie selbst wählen, um zu zeigen und sich bewusst zu werden, dass Gedenkfeiern nicht immer nur vorgeschriebenen Abläufen folgen, wie es oft bei offiziellen Anlässen der Fall ist.

Option 2:

Die Schüler stellen in der Gruppe die Kommentare vor, die sie ausgewählt haben, und erläutern kurz warum. Die anderen Schüler oder die Animateure der Begegnungstätte stellen dazu Fragen und regen so eine Diskussion zu der in dem jeweiligen Kommentar angesprochenen Thematik an.

Dauer: 45 mn

 

 

Unser Archiv: Einzelschicksale

Die Archive der Begegnungsstätte enthalten ca. 250 Biografien von Soldaten oder Zivilisten, die auf dem Friedhof, der neben unserem Haus liegt, begraben sind. Diese Dossiers enthalten alle Arten von Dokumenten: Offizielle Akten aus der Kriegszeit, Briefe von der Front, Fotos, Briefe der Familien, die uns das Leben und die Persönlichkeit der Soldaten beschreiben. Oft handelt es sich bei diesen Dokumenten um Originale. Um sie zu lesen und zu verstehen ist manchmal eine gewisse Anstrengung notwendig, die es aber den Schülern erlaubt die Nase in die Realität der Arbeit von Historikern zu stecken. Die Ziele dieses Moduls sind:

  • es den Schülern zu ermöglichen historische Geschehnisse aus der Perspektive einzelner Soldaten kennenzulernen
  • den Schülern beizubringen, historische Dokumente und Quellen zu entschlüsseln, auszuwerten und in den historischen Kontext einzuordnen

Gleichzeitig kann das Modul ihnen die Möglichkeit geben, innerhalb der Gruppe ihre Meinung zu den Themen auszutauschen, oder das, was sie über ihre eigene Familie wissen zu erzählen und vielleicht auch besser zu verstehen.

Ablauf:

Ca. 20 Einzelschicksale werden den Schülern in Form von Dossiers bereitgestellt. Diese können dann mit Hilfe eines von der Begegnungsstätte bereit gestellten Fragebogens ausgewertet werden.

Die Arbeit mit den Biografien kann folgendermaßen aussehen:

  • Präsentation von einem Einzelschicksal, anhand dessen eine bestimmte Thematik beleuchtet werden kann
  • Schreibwerkstatt (z.B. Antwortschreiben auf einen in den Dossiers enthaltenen Brief oder Verfassen eines komplett neuen Briefes)
  • Umsetzung künstlerischer oder medialer Art (z.B. Video, Bilder oder Skulpturen)
  • Organisation einer Gedenkzeremonie

Diese Phase ist wichtig, da sie es den Schülern ermöglicht, sich die behandelten Themen anzueignen und den Lehrkräften und dem Team zeigt, ob die vermittelten Inhalte gut verstanden wurden.

Dauer: 45 mn (oder mehr je nach gewünschtem Ablauf)

 

 

Letzte Briefe

Wir stellen mehrere Sammelbände mit Briefen, die von, für ihren Widerstand gegen das Naziregime oder ihre politische Meinung, zum Tode Verurteilten geschrieben wurden, zur Verfügung. (Kommas?) Diese Briefe wurden überall in Europa nach dem Ende des Krieges von italienischen Historikern zusammentragen und sind Zeugnisse, die von den Widerstandskämpfern für ihre Familien hinterlassen wurden.

Für uns ist es wichtig, Geschichte kontradiktorisch zu aufzuarbeiten, d.h. es den Schülern zu ermöglichen, die Geschehnisse aus verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten: Die Perspektive derjenigen, die sich von der Ideologie haben fesseln lassen oder sich nicht getraut haben, sich dem Regime zu widersetztem, aber auch aus der Sicht derer, die das Risiko des Widerstandes auf sich genommen haben.

Was schreibt man in einem derartigen Moment? Was ist die letzte Spur, die diese - manchmal sehr junge -Männer und Frauen vor ihrem Tod hinterlassen wollten? Welchen Sinn hatte politisches Engagement zu jener Zeit und inwiefern hat es sich bis heute weiterentwickelt?

Ablauf: vgl. " Unser Archiv"